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Matthias Höfs im Gespräch über German Brass, George Gershwin und den ECHO Klassik

Matthias Höfs gehört zu den Gründungsmitgliedern des Blechbläserensembles German Brass. Seit den 1970er Jahren setzen die Musiker Trends - jetzt kommt wieder ein neues Album! Genregrenzen? Fehlanzeige? Grenzen überhaupt?­ Keine. Das Brass-Ensemble reiste etwa von China direkt zum "Woodstock der Blasmusik" - und hat eine neue CD im Gepäck. Wir sprachen mit dem Trompeter Matthias Höfs.

Darf man die aktuelle - grenz- überschreitende - German-Brass-­CD "Rhapsody" auch als politisches Statement sehen? 
Die Musikzusammenstellung der CD war abgeschlossen, lange bevor sich die politische Situation ­allerorten so wie heute entwickelt hatte. Ausschlaggebend für unsere Programme sind ausschließlich musikalische Gesichtspunkte, bestimmte Musik zu spielen oder eben nicht. Dabei versuchen wir allerdings immer, grenzüberschreitend zu sein und ein breites Publikum anzusprechen.

Matthias Höfs

George Gershwin steht wie kein Zweiter für den "Klang Amerikas".
George Gershwin, der mit seinen Kom­positionen schwer in eine Schublade zu stecken ist, bietet German Brass gerade mit seiner "Rhapsody in Blue" eine optimale "Spielwiese", unsere volle Klangpalette zu präsentieren. Dabei würde ich nicht von "amerikanischem" oder "deutschem" Klang sprechen. Wir versuchen immer, der jeweiligen Komposition durch das Arrangement und die Instrumentenauswahl gerecht zu werden und dabei durch unsere Spielkultur den German-Brass-Sound unverwechselbar zu machen.

Stimmt der Satz: "German Brass schert sich nicht um Genregrenzen, um die Unterscheidung zwischen E und U!"? 
Uns ist es ein Anliegen, aufzuzeigen, dass auf unserem Instrumentarium alles geht. Eine dynamische Bandbreite, die einen großen Konzertsaal wie auch einen intimen Kammermusiksaal verträgt, eine Virtuosität und Wendigkeit, wie man sie unserem Instrumentarium nicht ohne Weiteres zutraut, eine Klangvielfalt, die wir durch unseren Instrumentenreichtum und die rie­sige Auswahl von Dämpfern jedem Streicher- und Holzbläserensemble voraus haben. Bei unseren Arrangements wissen wir nach jahrzehntelanger Erfahrung genau, was geht und wovon man lieber die Hände lässt. Wir gehen keine Kompromisse ein. Unsere Arrangements haben immer den Anspruch, die Komposition nicht abzuwerten, sondern einen neuen Blick darauf zu bekommen, der das Original nicht unbedingt vermissen lässt.

Was bedeutet Ihnen Gershwin persönlich?
Als ich als Kind erstmals die "Rhapsody in Blue" von einem Jugendorchester gespielt hörte, war ich dermaßen überwältigt, dass ich es kaum abwarten konnte, es selbst einmal aufs Notenpult zu bekommen. Ich musste allerdings etwas länger warten. Um unsere Gage nicht auch noch mit einem Pia­nisten teilen zu müssen (lacht), habe ich dann den Klaviersolopart auf das Ensemble verteilt, was das Zusammenspiel betreffend eine wirkliche Herausforderung ist.

Im vergangenen Jahr haben Sie mit German Brass einen "Echo Klassik"bekommen. Ist dieser Preis Ansporn? Bestätigung? Druck?
Der "ECHO Klassik" ist eine besondere Auszeichnung, die auch bei der breiten Bevölkerung eine besondere Beachtung findet. Darüber haben wir uns, die erstmals in unserer 40-jährigen German-­Brass-Geschichte ausgezeichnet wurden, natürlich sehr gefreut. Ebenso unsere Veranstalter, die für unsere Konzerte mit diesem »Gütesiegel« werben konnten. ­Natürlich gibt man immer 100 Prozent als Musiker, der auf der Bühne steht, unabhängig von ­einer Auszeichnung oder einer ­bestimmten Veranstaltung.

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